Heinrich-von-Gagern-Gymnasium Frankfurt am Main

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Ehemalige Frankfurter zu Besuch im HvGG (12. und 15. Mai 2017)

Text:
Iris Hofmann
Hannelore Ochs
Fotos:
Iris Hofmann
Letzte Änderung:
20.05.2017
Verantwortliche/r:
Iris Hofmann

Ehemalige Frankfurter zu Besuch im HvGG (12. und 15. Mai 2017)

„Es gibt zwei Arten von Überlebenden des Holocaust: Die einen sprechen über das Erlebte, die anderen schweigen.“

Auch in diesem Jahr besuchten Zeitzeugen unsere Schule. Die insgesamt 11 Gäste kamen aus Amerika und Israel und gehörten der zweiten Generation der Zeitzeugen an. Sie nahmen selbst bzw. als Begleitung an dem Projekt „Jüdisches Leben in Frankfurt“ teil. Dazu haben sie die Einladung der Stadt Frankfurt angenommen und in diesem Zusammenhang auch den Ort aufgesucht, an dem die ehemalige Samson–Raphael-Hirsch-Schule stand, wo sich heute der Neubau unserer Schule befindet.

An den Zeitzeugengesprächen nahmen Schülerinnen und Schüler von drei 9. Klassen teil, die von Frau Donges und Frau Obermöller unterrichtet werden. Ebenfalls in die Gespräche mit den Gästen involviert waren drei Oberstufenkurse, die Frau Ochs betreute. In vier verschiedenen Gruppe sprachen die Gäste Paul Hanau, Bernd Strauß und das Ehepaar Klugmann, Carole und Joanna Felsenstein sowie Ron Dressler über Ihre Geschichte und die Erlebnisse ihrer Eltern und Großeltern im Deutschland der NS-Zeit. Dabei wurde vor allem deutlich, dass viele Eltern nicht mit ihren Kindern über ihre schlimmen Erlebnisse gesprochen haben. Nur ein Besucherpaar hat durch die deutschen Eltern auch die deutsche Sprache gelernt, in den anderen Familien wurde die Sprache und alles Deutsche nach den schmerzhaften Erlebnissen abgelehnt und nicht an die Kinder weitergegeben.

Im Rahmen der Gespräche nahmen die Gäste an einem kleinen Rundgang durch die Schule teil und bekamen ein dabei auch kleines Privatkonzert in der Aula. Sie sahen die Gedenktafel vor der Schule und die Kastanie auf dem Schulhof, die bereits einige ihrer Eltern kannten.

Unser stellvertretender Schulleiter Bernd Kranitz begrüßte die Gäste im Namen der Schulgemeinde.

Bei einem koscheren Imbiss fanden noch weitere anregende Diskussionen statt, bevor die Besucher aufbrachen, um weitere Orte innerhalb Frankfurts zu besuchen.


Zeitzeugen am Gagern-Gymnasium

Seit 1980 existiert in Frankfurt ein Besuchsprogramm für ehemalige Frankfurter Juden und Jüdinnen, die im 3. Reich aus Deutschland vertrieben wurden und die Shoa überlebt haben. Seit 1989 haben sich daraus Zeitzeugenbesuche in Frankfurter Schulen mit Interviews und Schülergesprächen entwickelt, die inzwischen auch im Internet dokumentiert sind: www.juedisches-leben-frankfurt.de. Seit 2012 wird dieses Programm mit der zweiten Generation der Zeitzeugen fortgesetzt.

Da der Neubau des Gagern-Gymnasiums (1963) auf dem Gelände der ehemaligen Samson-Raphael-Hirsch-Schule (Israelitische Religionsgesellschaft in Frankfurt) erbaut worden ist, ist es seit 1988 an unserer Schule Tradition, im Rahmen des städtischen Besuchsprogramms Zeitzeugen zu Gesprächen in unsere Schule einzuladen. Die erste Zeitzeugin am Gagern-Gymnasium war Frau Elk-Zernik, deren Vater Eigentümer des Nachbarhauses unserer Schule (Am Tiergarten 2) war und nach der Pogromnacht mit seiner Familie nach New York auswanderte. Sie war allerdings Schülerin des Philanthropin. Später waren dann viele ehemalige Schüler (Realschule) und Schülerinnen (Lyzeum) der Samson-Raphael-Hirsch-Schule unter den Zeitzeugen.

Viele dieser Besuche sind in unseren Jahresberichten dokumentiert.
Auch in diesem Jahr fanden die Zeitzeugenbesuche wieder großes Interesse sowohl bei den Zeitzeugen als auch bei Lehrern/Lehrerinnen und Schülern/Schülerinnen.

So konnten wir letzten Freitag und am Montag dieser Woche fünf Zeitzeugen der 2. Generation in Begleitung von Ehefrau/ Ehemann (Ehepaar Hanau und Klugmann) und Töchtern (B. Strauss und C. Felsenstein) mit ihren unterschiedlichen Familiengeschichten als Gäste an unserer Schule begrüßen.
Die Berichte über die Gespräche der Zeitzeugen mit den Lerngruppen der Mittel- und Oberstufe werden wie immer so auch im diesjährigen Jahresbericht veröffentlicht.

Hannelore Ochs


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